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Vorsteuerrückerstattung beantragen und durchsetzen

Eine praktische Anleitung zur Beantragung von Umsatzsteuer-Erstattungen beim Finanzamt. Schritt-für-Schritt erklären wir dir, wie du Vorsteuer richtig geltend machst und welche Unterlagen du benötigst.

9 min Lesezeit Mittelstufe Februar 2026
Steuererklärung und Finanzformulare mit Stempel auf dem Schreibtisch

Warum Vorsteuerrückerstattung wichtig ist

Die Vorsteuerrückerstattung ist ein wichtiges Instrument für Unternehmer und Freiberufler. Wenn dein Umsatz unter der Kleinunternehmergrenze liegt oder deine Eingangsrechnungen höher sind als deine Ausgaben, kannst du Vorsteuer zurück vom Finanzamt erhalten.

Viele Gründer und kleine Unternehmen wissen gar nicht, dass sie diese Möglichkeit haben. Dabei geht es oft um mehrere hundert Euro pro Jahr — Geld, das dir zusteht und das du richtig einsetzen kannst.

Unternehmer arbeitet mit Taschenrechner und Steuerdokumenten am Schreibtisch

Der Weg zur Vorsteuerrückerstattung

In fünf Schritten zum Erfolg

01

Voraussetzungen klären

Zunächst musst du überprüfen, ob du Anspruch auf Vorsteuerrückerstattung hast. Das ist der Fall, wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, aber mehr Vorsteuer gezahlt hast als du einnehmen konntest. Freiberufler mit weniger als 22.000 Euro Jahresumsatz können ebenfalls rückwirkend zur Regelbesteuerung wechseln.

02

Unterlagen sammeln

Du brauchst alle Originalrechnungen oder Rechnungskopien von deinen Lieferern und Dienstleistern. Dazu gehören auch Betriebsmittel, Büromaterial, Software und Dienstleistungen. Bewahre diese mindestens sechs Jahre auf — das Finanzamt kann später noch Nachfragen stellen.

03

Antrag beim Finanzamt stellen

Reiche einen schriftlichen Antrag bei deinem Finanzamt ein. Beschreibe darin, warum du Vorsteuer zurück erhältst — zum Beispiel weil du neu gegründet hast oder weil deine Ausgaben deine Einnahmen übersteigen. Der Antrag muss begründet sein, sonst wird er abgelehnt.

04

Unterlagen einreichen

Füge deinem Antrag eine detaillierte Aufstellung aller Rechnungen bei. Listen auf, welche Rechnungen du hast, wie viel Vorsteuer darauf entfallen ist und von welchen Lieferanten sie stammen. Das Finanzamt prüft dann, ob alle Rechnungen korrekt ausgestellt wurden.

05

Bescheid erhalten

Das Finanzamt bearbeitet deinen Antrag und teilt dir schriftlich mit, ob er genehmigt wird. Im positiven Fall wird dir der Betrag auf dein Bankkonto überwiesen — normalerweise innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Genehmigung.

Anforderungen an Rechnungen

Nicht jede Rechnung berechtigt dich zur Vorsteuerrückerstattung. Das Finanzamt ist hier streng und prüft genau, ob die Rechnungen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Vollständige Lieferantendaten (Name, Adresse, Steuernummer)
Rechnungsnummer und Rechnungsdatum
Klare Angabe der Leistung oder des Produkts
Aufschlüsselung von Nettobetrag und Steuerbetrag
Hinweis auf den angewendeten Steuersatz (19% oder 7%)
Unterschrift oder elektronische Signatur des Rechnungsausstellers
Nahaufnahme einer korrekten Geschäftsrechnung mit allen erforderlichen Angaben auf dem Schreibtisch

Praktische Tipps für die Antragstellung

So vermeidest du häufige Fehler

Organisiere deine Unterlagen

Lege eine Datei mit allen Rechnungen an. Sortiere sie chronologisch und nummeriere sie durch. Das macht die Prüfung durch das Finanzamt deutlich schneller und erhöht deine Chancen auf Genehmigung.

Schreib einen klaren Brief

Dein Antragschreiben sollte präzise sein. Erkläre, warum du Vorsteuer zurück erhältst, nenne den genauen Betrag und verweise auf die beigefügten Unterlagen. Vage Anfragen führen zu Rückfragen und verzögern den Prozess.

Versende per Einschreiben

Sende deinen Antrag immer per Einschreiben mit Rückschein. Das gibt dir Sicherheit, dass deine Unterlagen angekommen sind und startet die Frist zur Bearbeitung.

Kontaktiere dein Finanzamt

Rufe vorher an und frage, welche Unterlagen genau benötigt werden. Dein zuständiger Sachbearbeiter kann dir konkrete Hinweise geben, was wichtig ist und worauf er besonders achtet.

Digitale Rechnungen scannen

Bewahre digitale Rechnungen als PDF auf. Beglaubige sie mit einem Begleitschreiben, wenn sie älter sind. Das Finanzamt akzeptiert auch Scans von Papierrechnungen — wichtig ist nur, dass alle Daten lesbar sind.

Beachte die Frist

Rückerstattungsanträge müssen meist innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Jahres gestellt werden. Für 2024 ist die Frist also bis 31. Dezember 2027. Warte nicht zu lange — je früher, desto besser.

Finanzbeamter prüft Steuerdokumente und macht Notizen mit Lupe auf dem Schreibtisch

Was du über die Prüfung wissen musst

Das Finanzamt wird deine Unterlagen gründlich prüfen. Es schaut darauf, ob die Rechnungen echt sind, ob sie richtig ausgestellt wurden und ob die Leistungen tatsächlich für dein Geschäft notwendig waren.

“Die häufigste Ursache für Ablehnungen ist, dass Rechnungen unvollständig sind oder der Lieferant nicht auffindbar ist. Mit sauberen, kompletten Unterlagen gehst du auf Nummer sicher.”

Besonders wichtig ist, dass deine Rechnungen vom Lieferanten ordnungsgemäß ausgestellt wurden. Handschriftliche Rechnungen, fehlende Steuernummern oder ungenaue Beschreibungen führen zu Problemen. Ganz problematisch sind Rechnungen von Unternehmern im Ausland — hier muss besondere Vorsicht gelten.

Falls das Finanzamt Fragen hat, wird es dich kontaktieren. Antworte schnell und präzise. Du hast normalerweise vier Wochen Zeit für Rückfragen.

Dein nächster Schritt

Die Vorsteuerrückerstattung ist ein unkompliziertes Verfahren, wenn du weißt, wie du es angehst. Mit den richtigen Unterlagen und einer klaren Begründung steht einer Genehmigung nichts im Wege.

Wenn du noch Fragen hast oder unsicher bist, ob dein Fall geeignet ist — wende dich an dein Finanzamt oder einen Steuerberater. Die Investition lohnt sich, wenn es um mehrere hundert Euro geht.

Das Wichtigste zusammengefasst: Sammle deine Rechnungen, stelle sicher, dass sie vollständig sind, schreib einen klaren Antrag und versende alles per Einschreiben. Dann sollte es klappen.

Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zum Thema Vorsteuerrückerstattung und Vorsteuerabzug in Deutschland. Die Inhalte sind zu Bildungszwecken bestimmt und stellen keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall ist unterschiedlich und unterliegt verschiedenen Bedingungen. Für verbindliche Auskünfte zu deiner persönlichen Situation konsultiere bitte einen Steuerberater oder wende dich direkt an dein Finanzamt. Die Angaben wurden sorgfältig zusammengestellt, eine Garantie für Vollständigkeit und Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden.